• WFBW-Kontakte
  • Geschäftsführer:
  • Reinhart Sosat
  • Goethestraße 9
  • 70174 Stuttgart
  • Tel.: +49 (0) 711 252947-50

Maifisch

Maifisch (Foto P. Beek)
Maifisch (Foto P. Beek)

Die zu den Heringsartigen zählenden Maifische (Alosa alosa) bewohnen europäische Küstengewässer und wachsen dort bis zu einer Körperlänge von ca. 70 cm heran. Sie wandern in den Frühjahrsmonaten weit die Zuflüsse hinauf. Dort pflanzen sie sich nachts in rasch durchströmten Strecken mit kiesigem Untergrund fort. Ursprünglich stiegen Maifische den Rhein in großen Schwärmen bis weit über Basel hinauf. Sie wurden auch in vielen baden-württembergischen Oberrheinzuflüssen, wie Neckar und Kinzig, im Frühjahr sehr häufig gefangen und bildeten eine wichtige Grundlage für die Berufsfischerei.

Der Maifischbestand brach aufgrund starker Überfischung bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf einen Bruchteil seiner ursprünglichen Größe zusammen. Während im Jahr 1900 allein in den Niederlanden noch 136.000 Maifische gefangen wurden, lag der Fang bereits 12 Jahre später nur noch bei weniger als 1.300 Fischen. Der weitere Rückgang wurde dann durch fortschreitende Zerstörung von Laichgebieten, Errichtung von Wanderungshindernissen und insbesondere durch die stark zunehmende Gewässerverschmutzung verursacht. Es wurden jedoch mindestens bis 1963 noch Maifische gefangen. Als die Wasserqualität des Rheins wieder verbessert wurde, konnten ab 1978 wieder einzelne Maifische im Oberrhein nachgewiesen werden.

Im Rahmen von zwei EU LIFE-Projekten wurden in deutsch-französischer Zusammenarbeit in den Jahren 2007 bis 2015 jährlich ca. 1 Million Maifischlarven aus dem französischen Garonnesystem in den Rhein besetzt. Anhand von Markierungen In der Folge zum Meer abwandernde Jungfische nachgewiesen werden, die aus dem Besatz stammten.  2013 und 2014 gelangen dann in Baden-Württemberg die ersten neuen Nachweise einer natürlichen Fortpflanzung von Maifischen im Rheingebiet.

Seit dem Jahr 2017 unterstützt der Landesfischereiverband Baden-Württemberg gemeinsam mit weiteren Partnern aus dem Rheinanliegrländern ein länderübergreifendes Maifischprojekt, das den Besatz mit Maifischlarven fortsetzt und ein Monitoring der weiteren Bestandsentwicklung durchführt. Hierbei wurde im Frühjahr 2017 eine umfangreiche Laichtätigkeit im Mittelrehin bei Koblenz festgestellt. In den Fischpässen der Rheinstaustufen Iffezheim und Gambsheim können in jedem Jahr aus dem Meer zurückgekehrte Maifische nachgewiesen werden.

Das baden-württembergische Wanderfischprogramm unterstützt die Rückkehr des Maifischs zusätzlich, indem es Strukturverbesserungen in seinen ehemaligen Lebens­räumen und die Wiederherstellung der Durchwanderbarkeit fördert.