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Maifisch

Maifisch (Foto P. Beek)
Maifisch (Foto P. Beek)

Die zu den Heringsartigen zählenden Maifische (Alosa alosa) bewohnen europäische Küstengewässer und wachsen dort bis zu einer Körperlänge von ca. 70 cm heran. Sie wandern in den Frühjahrsmonaten weit die Zuflüsse hinauf. Dort pflanzen sie sich nachts in rasch durchströmten Strecken mit kiesigem Untergrund fort. Ursprünglich stiegen Maifische den Rhein in großen Schwärmen bis weit über Basel hinauf. Sie wurden auch in vielen baden-württembergischen Oberrheinzuflüssen, wie Neckar und Kinzig, im Frühjahr sehr häufig gefangen und bildeten eine wichtige Grundlage für die Berufsfischerei.

Der Maifischbestand brach aufgrund starker Überfischung bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf einen Bruchteil seiner ursprünglichen Größe zusammen. Während im Jahr 1900 allein in den Niederlanden noch 136.000 Maifische gefangen wurden, lag der Fang bereits 12 Jahre später nur noch bei weniger als 1.300 Fischen. Der weitere Rückgang wurde dann durch fortschreitende Zerstörung von Laichgebieten, Errichtung von Wanderungshindernissen und insbesondere durch die stark zunehmende Gewässerverschmutzung verursacht. Es wurden jedoch mindestens bis 1963 noch Maifische gefangen. Als die Wasserqualität des Rheins wieder verbessert wurde, konnten ab 1978 wieder einzelne Maifische im Oberrhein nachgewiesen werden. Auch heute werden in den Fischpässen der Rheinstaustufen Iffezheim und Gambsheim in jedem Jahr einige Maifische festgestellt.

Mit Förderung durch die Europäische Union wurde in den Jahren 2007 bis 2010 ein vom Land Nordrhein-Westfalen initiiertes Projekt zur Wiederansiedlung des Maifischs im Rheinsystem durchgeführt. In diesem Rahmen wurden insgesamt 4,8 Millionen Maifischlarven im Rheingebiet ausgesetzt. Diese stammten aus dem französischen Garonnesystem, wo noch heute ein bedeutender Maifischbestand vorhanden ist. Die Besatzaktionen werden im Rahmen eines Anschlussprojektes fortgesetzt. Anhand von Markierungen konnten bereits zum Meer abwandernde Jungfische nachgewiesen werden, die aus dem Besatz stammen.  

Das baden-württembergische Wanderfischprogramm unterstützt die Rückkehr des Maifischs, indem es Strukturverbesserungen in seinen ehemaligen Lebens­räumen und die Wiederherstellung der Durchwanderbarkeit fördert. Zusätzlich ist ein Monitoring zur Erfassung aufsteigender Maifische, z. B. durch Reusen­kontrollen am Fischpass Iffezheim, vorgesehen.