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Gewässerentwicklung

Drei Säulen der Gewässerentwicklung

Seitdem die Wasserqualität in den Programmgewässern kein begrenzender Faktor mehr ist, konzentriert sich dort die Gewässerentwicklung auf die Aspekte:

Problematische Kleinwasserkraftwerke

Kraftwerkstandort an der Gutach im Kinzigsystem
Kraftwerkstandort an der Gutach im Kinzigsystem

Die Durchwanderbarkeit der ausgesuchten Gewässer ist trotz großer Fortschritte noch nicht vollständig wiederhergestellt. Probleme bestehen vor allem an Kleinwasserkraftwerken: hier müssen sowohl Fischaufstiegsanlagen als auch Möglichkeiten für die verletzungsfreie Abwärtswanderung geschaffen werden. Die installierten Turbinen sind für abwandernde Jungfische eine tödliche Falle. Problematisch ist an einigen Wasserkraftanlagen zusätzlich, dass zeitweise die gesamte Wasserführung in Triebwerkskanäle geleitet wird, und dabei das natürliche Flussbett vollständig, zum Teil über mehrere Kilometer, austrocknet.

Ohne finanzielle Unterstützung keine raschen Fortschritte

Diese Wasserkraftnutzungen basieren oft auf unbefristeten, historischen Mühlenrechten, die früher ohne ökologische Auflagen erteilt wurden. Solange jedoch an den maßgeblichen Kraftwerksstandorten noch unüberwindbare Barrieren bestehen oder das Flussbett keine ausreichende Wasserführung erhält, werden für das Wanderfischprogramm unverzichtbare Gewässerbereiche nicht erschlossen. Wo die notwendigen Verbesserungen besonders große Aufwendungen erfordern, ist eine finanzielle Unterstützung der Maßnahmen wichtig, um rasche Fortschritte erreichen zu können.

Renaturierung schafft hochwertige Lebensräume

Renaturierter Abschnitt des Erlenbachs
Renaturierter Abschnitt des Erlenbachs

Neben der Herstellung der Durchwanderbarkeit ist es nötig, in einigen Abschnitten der Zielgewässer wieder eine größere Naturnähe herzustellen, um dort das Angebot an Laichplätzen und Jungfischlebensräumen zu vergrößern. Diese Renaturierungen erfordern meist Gewässeraufweitungen und teilweise auch Kieszugaben, damit sich die zum Laichen erforderlichen Kiesbänke bilden können. Hierbei entstehen Kosten für die eigentlichen flussbaulichen Umgestaltungsmaßnahmen und zusätzlich für den oft erforderlichen Geländekauf.

Bereits realisierte Gewässerrenaturierungen haben gezeigt, dass hierdurch nicht nur die Rahmenbedingen für Wanderfische verbessert wurden. Durch diese Maßnahmen entstanden hochwertige Lebensräume, die von einem breiten Spektrum an Tier- und Pflanzenarten genutzt werden und auch vielen Menschen schöne Naturerlebnisse bieten.